Dennis Masur - Autor & Webdesigner

Webdesign-Ratgeber · Vorbereitung

Was du vor dem Start deiner Website bereitlegen solltest

Inhalte, Bilder, Zugänge und Entscheidungen - die vollständige Checkliste. Du musst vor der ersten Anfrage nicht fertig sein, aber einige Grundlagen sparen im Projekt viel Zeit.

Eine neue Website beginnt nicht mit einer perfekten Materialsammlung. Sie beginnt mit einer verständlichen Ausgangslage.

Viele Unternehmen schieben die Anfrage trotzdem auf, da das Logo nicht als Vektordatei vorliegt, Texte noch fehlen oder niemand genau weiß, wo die Domain verwaltet wird. Das ist kein Grund, das Projekt monatelang liegen zu lassen.

Für eine erste Einschätzung reichen wenige Angaben. Erst nach der gemeinsamen Klärung wird sichtbar, welche Inhalte, Dateien und Zugänge für Dein konkretes Projekt wirklich benötigt werden.

Eine gute Vorbereitung bedeutet deshalb nicht, dass Du meine Arbeit vorab selbst erledigst. Sie sorgt dafür, dass fachliches Wissen, Entscheidungen und vorhandene Materialien zuverlässig in die Website einfließen.

Abgrenzung zum Ablauf Ratgeber

Der vorhandene Ratgeber zum Ablauf eines Webdesign Projekts erklärt den gesamten Weg von der Anfrage bis zur Veröffentlichung. Dieser Artikel konzentriert sich ausschließlich auf Deine Vorbereitung und dient als praktische Arbeitsunterlage.

Den vollständigen Projektprozess findest Du im Ratgeber Website erstellen lassen So läuft ein Webdesign Projekt ab.

Das Wichtigste in Kürze

  • Für die erste Anfrage reichen Ziel, gewünschter Umfang, vorhandene Website und ein ungefährer Zeitrahmen.
  • Fertige Texte und professionelle Fotos sind am Anfang hilfreich, aber keine Voraussetzung.
  • Geschäftliche Fakten müssen von Dir kommen, auch wenn ich Struktur und Formulierungen unterstütze.
  • Logo, Farben, Schriften und Bildmaterial sollten möglichst in ihrer besten verfügbaren Ausgangsqualität gesammelt werden.
  • Für Bilder, Logos, Texte, Bewertungen und Referenzen müssen die notwendigen Nutzungsrechte und Freigaben geklärt sein.
  • Domain, Hosting, E Mail, Analysewerkzeuge und externe Dienste sollten früh erfasst werden. Passwörter gehören nicht in eine gewöhnliche Nachricht.
  • Eine feste Ansprechperson und ein klarer Entscheider verhindern widersprüchliches Feedback.
  • Impressum und Datenschutz müssen zum tatsächlichen Unternehmen und zu den wirklich eingesetzten Diensten passen.

Drei sinnvolle Vorbereitungsstufen

Nicht alles wird am selben Tag benötigt. Teile Deine Vorbereitung deshalb in drei Stufen.

Stufe 1: Für die erste Anfrage

  • kurze Beschreibung Deines Unternehmens und Angebots
  • wichtigstes Ziel der neuen Website
  • bestehende Website oder andere relevante Links
  • ungefähre gewünschte Größe und bekannte Funktionen
  • gewünschter Zeitraum
  • realistischer Budgetrahmen

Mit diesen Angaben lässt sich beurteilen, welche Lösung grundsätzlich passt. Du musst zu diesem Zeitpunkt weder einen fertigen Seitenplan noch technische Fachbegriffe liefern.

Stufe 2: Für den eigentlichen Projektstart

  • fachliche Informationen zu Leistungen und Zielgruppen
  • vorhandene Texte, Bilder und Markenunterlagen
  • gewünschte Kontaktwege und Handlungen
  • Liste vorhandener Systeme und Zugänge
  • verantwortliche Personen für Inhalte, Feedback und Freigabe

Jetzt wird aus der ersten Idee eine belastbare Arbeitsgrundlage. Offene Punkte dürfen bestehen bleiben, sollten aber sichtbar benannt werden.

Stufe 3: Vor der Veröffentlichung

  • final geprüfte Texte, Preise und Kontaktdaten
  • freigegebene Bilder, Referenzen und Kundenstimmen
  • passende Rechtstexte und Pflichtangaben
  • funktionierende Zugänge zu Domain, Hosting und E Mail
  • verbindliche Freigabe durch die zuständige Person

Diese letzte Stufe ist keine Ideensammlung mehr. Vor der Veröffentlichung müssen die Informationen stimmen, die öffentlich sichtbar werden oder für den technischen Betrieb notwendig sind.

Das Minimum für Deine erste Anfrage

Eine Projektanfrage muss nicht lang sein. Sie sollte jedoch mehr Orientierung geben als der einzelne Satz Ich brauche eine Website.

Beschreibe Deine Ausgangslage

Erkläre in wenigen Sätzen, was Du anbietest, ob bereits eine Website existiert und warum Du über einen neuen Auftritt nachdenkst. Vielleicht fehlt bisher eine Website. Vielleicht ist die vorhandene Seite technisch veraltet, schwer zu pflegen oder nicht mehr passend zu Deinem Angebot.

Nenne das wichtigste Ziel

Eine Website kann informieren, Vertrauen aufbauen, Produkte verkaufen, Termine vermitteln, Bewerbungen unterstützen oder Projektanfragen gewinnen. Mehrere Ziele sind möglich. Für die Planung hilft trotzdem eine erkennbare Priorität.

Formuliere das gewünschte Ergebnis möglichst konkret. Die Aussage Interessenten sollen meine Leistungen schneller verstehen ist hilfreicher als Die Website soll moderner werden.

Zeige was bereits vorhanden ist

Verlinke eine bestehende Website, ein Unternehmensprofil, einen Onlineshop oder ein wichtiges Social Media Profil. Vorhandene Materialien müssen noch nicht sortiert sein. Für die erste Einschätzung genügt der Hinweis, welche Grundlagen existieren.

Ordne Zeit und Budget realistisch ein

Ein Wunschtermin kann wichtig sein, etwa vor einer Eröffnung, Veranstaltung oder Kampagne. Nenne ihn früh und erkläre, ob er fest oder flexibel ist. Ein Budgetrahmen hilft außerdem, Seitenumfang und Funktionen sinnvoll zu priorisieren.

Auf meiner Webdesign Seite sind alle aktuellen Pakete und Preise öffentlich sichtbar. Der konkrete Umfang wird vor Projektbeginn passend zu Deinem Bedarf vereinbart.

Ziel und wichtigste Handlung festlegen

Bevor Texte und Bilder gesammelt werden, sollte klar sein, was ein passender Besucher auf der Website tun soll.

Mögliche Hauptaktionen sind:

  • eine Projektanfrage senden
  • einen Termin buchen
  • ein Produkt bestellen
  • eine Leistung vergleichen
  • anrufen oder eine Nachricht schreiben
  • eine Bewerbung absenden
  • einen Standort besuchen

Eine Website darf mehrere Kontaktwege anbieten. Trotzdem sollte auf jeder wichtigen Seite erkennbar sein, welcher nächste Schritt dort sinnvoll ist.

Eine breite Zielgruppe ist möglich

Du musst Dich nicht auf eine einzige Personengruppe festlegen, wenn Dein Angebot bewusst breit ausgerichtet ist. Sammle stattdessen die wichtigsten Bedürfnisse und Fragen der unterschiedlichen Gruppen.

Ein Unternehmen sucht möglicherweise eine mehrseitige Website. Eine selbstständige Person benötigt vielleicht eine kompakte Landingpage. Ein kreatives Projekt legt größeren Wert auf Bildsprache und besondere Bewegung. Alle können willkommen sein, während einzelne Einstiege ihre Fragen gezielter beantworten.

Unternehmen und Angebot als Faktenbasis

Ich kann Inhalte ordnen, vereinfachen und formulieren. Die fachlich richtigen Informationen über Dein Unternehmen müssen jedoch von Dir oder einer zuständigen Person kommen.

Sammle deshalb:

  • korrekten Unternehmensnamen und gegebenenfalls Rechtsform
  • kurze Beschreibung Deiner Tätigkeit
  • aktuelle Leistungen und Produkte
  • Unterschiede zwischen wichtigen Angeboten
  • Preise oder Preisrahmen, wenn sie öffentlich gezeigt werden sollen
  • bediente Regionen oder Standorte
  • Öffnungszeiten und Erreichbarkeit, falls relevant
  • gültige Kontaktmöglichkeiten
  • typische Dauer, Voraussetzungen und Grenzen einer Leistung
  • häufige Kundenfragen und wiederkehrende Missverständnisse

Prüfe besonders Zahlen, Leistungsgrenzen, Zertifikate und Aussagen, die wie ein Versprechen wirken. Eine Website sollte keine Garantie vermitteln, die im Alltag nicht zuverlässig eingehalten werden kann.

Vorhandene Inhalte zuerst prüfen

Alte Texte, Broschüren und Präsentationen sind wertvoll, da sie Wissen enthalten. Sie sollten aber nicht automatisch vollständig übernommen werden.

Prüfe bei jedem vorhandenen Inhalt:

  • Ist die Aussage noch aktuell
  • Passt sie zum heutigen Angebot
  • Versteht ein Außenstehender den Begriff
  • Gibt es doppelte oder widersprüchliche Informationen
  • Fehlen wichtige Fragen aus aktuellen Kundengesprächen
  • Darf das Material online verwendet werden

Markiere Inhalte als übernehmen, überarbeiten oder nicht mehr verwenden. Diese einfache Einteilung verhindert, dass veraltete Aussagen nur aus Gewohnheit auf die neue Website wandern.

Logo Farben und Schriften

Das Logo in der besten verfügbaren Datei

Optimal ist eine Vektordatei wie SVG, EPS oder eine dafür geeignete PDF. Sie lässt sich ohne sichtbaren Qualitätsverlust in unterschiedlichen Größen verwenden. Wenn keine Vektordatei existiert, ist eine große PNG Datei mit transparentem Hintergrund meist hilfreicher als ein kleines Bild aus einer E Mail Signatur.

Sammle vorhandene Varianten, etwa eine helle und eine dunkle Fassung, ein kompaktes Zeichen und die vollständige Wortmarke. Wenn Du nur eine einzige Datei besitzt, sende trotzdem diese. Fehlende Varianten können anschließend bewertet werden.

Farben und Schriften nachvollziehbar angeben

Wenn Farbwerte bekannt sind, notiere sie als HEX, RGB, CMYK oder Pantone. Ein Screenshot ist nur eine Annäherung, da Farben je nach Bildschirm und Export unterschiedlich wirken können.

Bei Schriften muss zusätzlich geklärt sein, ob die Lizenz eine Nutzung auf Websites erlaubt. Eine gekaufte Desktop Schrift enthält nicht automatisch eine Weblizenz. Wenn die Rechte oder Dateien unklar sind, kann eine passende Alternative ausgewählt werden.

Was passiert wenn noch kein Logo existiert

Eine Website kann auch mit einer klar gesetzten Wortmarke beginnen. Ein fehlendes Logo sollte nicht durch ein zufälliges Symbol ersetzt werden, das später nicht mehr zur Marke passt. Entscheidend ist, ob ein eigenes Logo im Projekt benötigt wird oder ob Typografie zunächst ausreicht.

Fotos Grafiken und Videos

Bilder beeinflussen die Wirkung einer Website stark. Sie bestimmen nicht nur den Stil, sondern auch Seitenaufbau, Kontraste, Ladezeit und die notwendige Höhe einzelner Bereiche.

Welche Motive hilfreich sein können

  • Porträts von Dir und wichtigen Ansprechpersonen
  • Team und Arbeitsumgebung
  • Produkte, Räume oder Standorte
  • Arbeitsschritte und echte Situationen
  • Ergebnisse und Referenzprojekte
  • Grafiken, Siegel und Zertifikate
  • kurze Videos oder vorhandene Animationen

Originaldateien statt Bildschirmfotos

Liefere möglichst die ursprünglichen Dateien. Bilder aus Messengern, Bildschirmfotos oder bereits stark komprimierte Exporte besitzen oft weniger Reserven für große Darstellungen und unterschiedliche Ausschnitte.

Schneide wichtige Motive nicht vorab zu eng zu. Eine breite Darstellung auf dem Desktop und ein schmaler Ausschnitt auf dem Smartphone benötigen häufig unterschiedliche Bildbereiche.

Rechte und Einwilligungen prüfen

Ein Bild darf nicht allein deshalb veröffentlicht werden, da die Datei auf Deinem Computer liegt. Prüfe Urheberrechte, Lizenzen, vereinbarte Nutzungszwecke und mögliche zeitliche oder räumliche Einschränkungen.

Bei erkennbaren Personen kann zusätzlich eine Einwilligung erforderlich sein. § 22 des Kunsturhebergesetzes nennt die Einwilligung als Grundsatz für das Verbreiten und öffentliche Zeigen von Bildnissen. Ausnahmen und weitere Rechte können im Einzelfall eine Rolle spielen. Dieser Hinweis ersetzt keine rechtliche Beratung.

Bildinhalt kurz beschreiben

Notiere zu wichtigen Bildern, wer oder was zu sehen ist und in welchem Zusammenhang das Motiv verwendet werden soll. Diese Information hilft bei Bildauswahl, Platzierung und Alternativtexten.

Das W3C unterscheidet unter anderem informative, dekorative und funktionale Bilder. Der passende Alternativtext hängt vom Zweck im konkreten Zusammenhang ab. Eine rein dekorative Grafik benötigt eine andere Behandlung als ein Bild, das eine Leistung oder ein Ergebnis erklärt.

Texte vorbereiten ohne alles selbst schreiben zu müssen

Du musst keine druckreifen Website Texte liefern, wenn Textunterstützung Teil des vereinbarten Leistungsumfangs ist. Fachliche Stichpunkte sind jedoch unverzichtbar.

Für jede wichtige Leistung helfen Antworten auf diese Fragen:

  1. Welches Problem oder Ziel steht am Anfang
  2. Was genau bietest Du an
  3. Für wen ist die Leistung gedacht
  4. Was ist enthalten und was nicht
  5. Wie läuft die Zusammenarbeit grundsätzlich ab
  6. Welche Voraussetzungen muss der Kunde erfüllen
  7. Welche Fragen oder Einwände treten häufig auf
  8. Welcher nächste Schritt ist sinnvoll

Schreibe zunächst so, wie Du einem interessierten Menschen die Leistung erklären würdest. Fachsprache kann später übersetzt, gekürzt und strukturiert werden.

Menschen zuerst und Suchmaschinen mitdenken

Google empfiehlt hilfreiche, verlässliche Inhalte, die in erster Linie für Menschen erstellt werden. Ein Text wird nicht allein durch eine bestimmte Wortzahl oder häufig wiederholte Suchbegriffe wertvoll.

Sammle deshalb echte Fragen, Erfahrungen und Besonderheiten aus Deinem Arbeitsalltag. Diese Informationen sind meist hilfreicher als eine künstlich verlängerte Beschreibung, die auch auf jede andere Website passen könnte.

Vertrauen vorbereiten

Vertrauen entsteht aus mehreren nachvollziehbaren Signalen. Kundenbewertungen können helfen, sind aber nicht die einzige Möglichkeit.

  • kurze persönliche Vorstellung
  • Qualifikationen und überprüfbare Zertifikate
  • eigene Projekte oder freigegebene Kundenreferenzen
  • verständlicher Projektablauf
  • öffentlich erklärte Leistungen und Preise
  • echte Kontaktdaten und ein vollständiges Impressum
  • fachliche Ratgeber und beantwortete Kundenfragen

Kundenstimmen sollten nur mit der notwendigen Freigabe veröffentlicht werden. Kläre auch, ob Name, Unternehmen, Logo und Projektbilder gemeinsam gezeigt werden dürfen.

Rechtliche und geschäftliche Angaben

Rechtstexte sollten nicht erst wenige Minuten vor der Veröffentlichung gesucht werden. Ihr Inhalt hängt vom Unternehmen und von den tatsächlich eingesetzten Funktionen ab.

Angaben für das Impressum

§ 5 des Digitale Dienste Gesetzes verlangt für bestimmte geschäftsmäßige digitale Dienste leicht erkennbare, unmittelbar erreichbare und ständig verfügbare Informationen. Dazu gehören je nach Fall unter anderem Name, Anschrift, schnelle elektronische Kontaktmöglichkeit, Registerangaben und weitere berufsbezogene Informationen.

Welche Angaben für Dein Unternehmen vollständig notwendig sind, hängt unter anderem von Rechtsform, Tätigkeit und vorhandenen Registrierungen ab. Lass die Fassung bei Unsicherheit qualifiziert prüfen.

Datenschutz muss zur Website passen

Ein Kontaktformular, ein Analysewerkzeug, eingebettete Karten, Videos, Newsletter, Terminbuchungen und externe Schriften können unterschiedliche Datenverarbeitungen auslösen. Die Datenschutzerklärung muss den tatsächlichen Aufbau abbilden.

Die Datenschutz Grundverordnung nennt unter anderem Datenminimierung sowie Datenschutz durch Technikgestaltung und datenschutzfreundliche Voreinstellungen. Vereinfacht bedeutet das: Erfasse nur Daten, die für den jeweiligen Zweck notwendig sind, und plane Datenschutz nicht erst nach der technischen Umsetzung.

Ich kann vorgesehene Seiten und technische Einbindungen umsetzen. Die rechtliche Bewertung und die Freigabe der Rechtstexte sollten durch eine dafür qualifizierte Stelle erfolgen.

Domain Hosting und geschäftliche E Mail

Vorhandene Technik muss nicht sofort verändert werden. Zuerst wird dokumentiert, was existiert und wer darüber verfügt.

  • Domainname und Anbieter
  • Vertragsinhaber und hinterlegte Kontaktdaten
  • Hostinganbieter und gebuchter Tarif
  • bestehendes Website System
  • geschäftliche E Mail Postfächer
  • DNS Verwaltung
  • SSL Zertifikat, falls separat verwaltet
  • Analysewerkzeuge und Google Search Console
  • Backups und bekannte Wiederherstellungsmöglichkeiten

Domain und zentrale Konten sollten langfristig nachvollziehbar Deinem Unternehmen zugeordnet sein. Wenn ein Dienstleister wechselt, dürfen Eigentum, Zugänge und Verlängerungen nicht unklar werden.

Buche nicht vorschnell ein neues Hostingpaket, wenn technische Anforderungen und bestehende E Mail Einrichtung noch ungeklärt sind. Eine Domain kann früh gesichert werden. Die spätere Verbindung sollte jedoch koordiniert erfolgen, damit Website und E Mail erreichbar bleiben.

Zugangsdaten sicher organisieren

Eine Liste der benötigten Konten ist sinnvoll. Eine offen lesbare Liste aller Passwörter ist es nicht.

Das BSI empfiehlt unter anderem unterschiedliche Passwörter, Passwortmanager und zusätzliche Absicherung durch Zwei Faktor Authentisierung, wenn sie angeboten wird.

Für ein Website Projekt sind folgende Vorgehensweisen meist besser als das Senden eines Hauptpassworts in einer gewöhnlichen E Mail oder Direktnachricht:

  • eigenes Benutzerkonto mit den notwendigen Rechten anlegen
  • zeitlich begrenzten oder sicheren Freigabeweg verwenden
  • Zugriff nach dem Projekt prüfen und nicht mehr benötigte Konten entfernen
  • Zwei Faktor Authentisierung aktiv lassen und Bestätigungscodes getrennt behandeln
  • Passwörter ändern, wenn eine vorübergehende Weitergabe unvermeidbar war

Welche Methode möglich ist, hängt vom jeweiligen Anbieter ab. Zugangsdaten sollten erst übermittelt werden, wenn klar ist, wofür der Zugriff gebraucht wird.

Funktionen und externe Dienste

Der Satz Ich brauche eine Terminbuchung beschreibt noch keine vollständige Anforderung. Hinter jeder Funktion stehen Entscheidungen, Kosten, Zuständigkeiten und Datenwege.

Notiere für jede gewünschte Funktion:

  1. Welches Problem soll sie lösen
  2. Wer nutzt und verwaltet sie
  3. Existiert bereits ein Anbieter oder Konto
  4. Welche Daten werden übertragen
  5. Welche laufenden Kosten entstehen
  6. Was soll passieren wenn der Dienst ausfällt

Typische externe Dienste sind Terminbuchung, Newsletter, Bezahlung, Onlineshop, Karten, Videos, Bewertungsplattformen, Social Media Inhalte, CRM, Mitgliederbereiche und Analysewerkzeuge.

Nicht jede technisch mögliche Einbindung ist automatisch sinnvoll. Eine Funktion sollte Besuchern helfen oder einen klaren Geschäftsprozess verbessern.

Organisation und Entscheidungen

Viele Verzögerungen entstehen nicht durch Technik, sondern durch ungeklärte Verantwortung.

  • Wer ist die zentrale Ansprechperson
  • Wer prüft die fachliche Richtigkeit
  • Wer darf Gestaltung und Inhalte final freigeben
  • Wer sammelt Rückmeldungen mehrerer Beteiligter
  • Wie schnell kann Feedback üblicherweise erfolgen
  • Welche Urlaube, Veranstaltungen oder internen Prüfungen beeinflussen den Zeitplan

Wenn mehrere Personen beteiligt sind, sollte eine Person widersprüchliche Rückmeldungen klären und die gemeinsame Fassung übermitteln. Das verhindert parallele Einzelwünsche, die sich gegenseitig aufheben.

Eine einfache Ordnerstruktur

Eine gemeinsame Ablage muss nicht kompliziert sein. Wichtig sind eindeutige Namen und ein fester Ort.

  1. Projektbrief mit Ziel Zeitrahmen und Verantwortlichen
  2. Marke mit Logo Farben Schriften und Gestaltungsunterlagen
  3. Texte nach Seite oder Leistung geordnet
  4. Bilder als Originaldateien mit kurzen Beschreibungen
  5. Referenzen Bewertungen Zertifikate und Freigaben
  6. Rechtliche Angaben und geprüfte Rechtstexte
  7. Technikübersicht mit Anbietern Konten und Zuständigkeiten ohne offene Passwortliste

Dateinamen wie portrait_dennis_01 oder webdesign_leistung_text sind eindeutiger als final_neu_wirklichfinal. Wenn eine Datei freigegeben wurde, sollte die verwendbare Fassung klar gekennzeichnet sein.

Vorbereitung in sechzig Minuten

Wenn Du bisher noch nichts gesammelt hast, kannst Du in einer Stunde eine brauchbare Grundlage schaffen.

  1. Zehn Minuten Schreibe in drei Sätzen was Du anbietest für wen und mit welchem wichtigsten Ziel
  2. Zehn Minuten Sammle Links zu Deiner Website Deinen Profilen und wichtigen Wettbewerbsbeispielen
  3. Zehn Minuten Suche Logo Farben Broschüren und vorhandene Gestaltungsunterlagen
  4. Zehn Minuten Lege die besten verfügbaren Bilder und Referenzen in einen gemeinsamen Ordner
  5. Zehn Minuten Notiere Domain Hosting E Mail und externe Dienste mit dem jeweiligen Anbieter
  6. Zehn Minuten Benenne Entscheider Wunschtermin Budgetrahmen und die größten offenen Fragen

Diese Sammlung muss noch nicht vollständig sein. Sie macht jedoch sofort sichtbar, wo bereits eine gute Grundlage besteht und welche Punkte im Projekt gemeinsam entwickelt werden.

Die vollständige Vorbereitung Checkliste

Unternehmen und Ziele

  • Unternehmen und Tätigkeit verständlich beschrieben
  • wichtigstes Ziel der Website festgelegt
  • gewünschte Hauptaktion benannt
  • wichtige Zielgruppen oder Bedürfnisse notiert
  • Leistungen und Prioritäten aktuell geprüft
  • Zeitrahmen und Budgetrahmen eingeordnet

Inhalte und Vertrauen

  • vorhandene Texte und Unterlagen gesammelt
  • fachliche Stichpunkte zu wichtigen Leistungen erstellt
  • häufige Kundenfragen notiert
  • Referenzen Zertifikate und Bewertungen zusammengestellt
  • notwendige Freigaben für Namen Logos und Aussagen geklärt

Gestaltung und Medien

  • beste verfügbare Logodateien gesammelt
  • bekannte Farben und Schriften dokumentiert
  • Schriftlizenzen geprüft oder als offen markiert
  • Originalbilder und Videos gesichert
  • Urheberrechte Lizenzen und Einwilligungen geprüft
  • wichtige Bildinhalte kurz beschrieben

Technik und Organisation

  • Domain Hosting E Mail und Website System erfasst
  • externe Dienste und gewünschte Funktionen notiert
  • Zugangswege und Kontoinhaber bekannt
  • sichere Übergabe der notwendigen Zugänge vorbereitet
  • zentrale Ansprechperson festgelegt
  • fachliche Prüfung und finale Freigabe zugeordnet

Rechtliche Grundlagen

  • notwendige Unternehmensangaben vollständig gesammelt
  • Impressum passend zur aktuellen Situation vorbereitet oder beauftragt
  • Datenschutzerklärung passend zu den vorgesehenen Diensten vorbereitet oder beauftragt
  • verantwortliche Stelle für die rechtliche Prüfung benannt

Was Du noch nicht fertig haben musst

Bestimmte Aufgaben gehören ausdrücklich in die gemeinsame Entwicklung. Warte deshalb nicht auf eine scheinbar perfekte Vorbereitung.

  • vollständiger Seitenplan
  • fertige Navigation
  • technische Fachbegriffe für alle Funktionen
  • perfekt formulierte Website Texte
  • endgültige Auswahl jedes einzelnen Bildes
  • genaue Position jeder Schaltfläche
  • fertige Suchwortliste für jede Seite
  • Entscheidung über jede Animation und jedes Detail

Wenn diese Entscheidungen vor der fachlichen und inhaltlichen Klärung festgezurrt werden, können sie später mehr Arbeit verursachen als sparen.

Häufige Fehler bei der Vorbereitung

Mit fertigen Texten monatelang warten

Eine Website kann geplant werden, obwohl Texte erst als Stichpunkte vorliegen. Entscheidend ist, dass Zuständigkeit und notwendiger Aufwand früh geklärt werden.

Jede vorhandene Datei ungeprüft übergeben

Große Materialmengen wirken vollständig, können aber veraltete und widersprüchliche Informationen enthalten. Eine einfache Vorauswahl spart Zeit und schützt vor versehentlicher Übernahme.

Bilder nur nach Aussehen auswählen

Ein schönes Bild ist nicht automatisch nutzbar. Qualität, Motiv, Ausschnitt, Rechte und Funktion auf der Seite müssen zusammenpassen.

Passwörter in mehrere Nachrichten verteilen

Dadurch fehlt später der Überblick und sensible Daten bleiben an unnötig vielen Stellen gespeichert. Besser sind eigene Konten, begrenzte Rechte und ein vereinbarter sicherer Übergabeweg.

Zu viele Menschen gleichzeitig entscheiden lassen

Vielfältige Perspektiven können hilfreich sein. Ohne gemeinsame Priorität und finale Entscheidung entstehen jedoch widersprüchliche Anweisungen.

Rechtstexte unabhängig von Funktionen vorbereiten

Eine Datenschutzerklärung kann erst dann vollständig zum Auftritt passen, wenn eingesetzte Dienste und Datenwege bekannt sind. Recht und Technik müssen deshalb aufeinander abgestimmt werden.

Häufig gestellte Fragen

Kann ich schon anfragen wenn ich noch kein Logo habe?

Ja. Für eine erste Einschätzung ist kein Logo erforderlich. Wir klären, ob eine klare typografische Lösung genügt oder ob eine eigene Markenentwicklung notwendig wird.

Muss ich alle Texte selbst schreiben?

Nein. Du solltest fachliche Informationen, Leistungen und wichtige Aussagen liefern können. Wie stark ich Struktur und Formulierung unterstütze, richtet sich nach dem vereinbarten Paket und Leistungsumfang.

Was mache ich wenn keine professionellen Fotos existieren?

Dann prüfen wir, welche Motive wirklich benötigt werden. Je nach Projekt kommen ein neues Fotoshooting, ausgewähltes Stockmaterial, Grafiken, 3D Elemente oder eine bewusst reduzierte Gestaltung infrage.

Soll ich Domain und Hosting schon vorher kaufen?

Eine wichtige freie Domain kann früh gesichert werden. Beim Hosting solltest Du technische Anforderungen, E Mail Nutzung, Vertragslaufzeit und Zuständigkeit kennen. Ein vorschnell gebuchter Tarif ist nicht immer passend.

Kann meine alte Website als Grundlage dienen?

Ja. Bestehende Inhalte, Suchzugriffe und URLs können wertvoll sein. Vor einer Übernahme wird geprüft, was aktuell, erfolgreich und technisch relevant ist. Bei einem Relaunch müssen bestehende URLs besonders sorgfältig behandelt werden.

Mehr dazu erklärt der Ratgeber Website Relaunch ohne unnötigen Rankingverlust.

Kann ich Zugangsdaten über Instagram oder WhatsApp senden?

Gewöhnliche Direktnachrichten sind nicht der bevorzugte Ort für eine vollständige Passwortsammlung. Zuerst sollte geklärt werden, ob ein eigenes Benutzerkonto, begrenzte Rechte oder ein sicherer Freigabeweg möglich sind.

Wer ist für Impressum und Datenschutz verantwortlich?

Ich kann die vorgesehenen Seiten und technischen Einbindungen umsetzen. Die rechtliche Richtigkeit und Freigabe der Angaben sollte beim Betreiber der Website liegen und bei Bedarf qualifiziert geprüft werden.

Wie früh müssen die Inhalte vollständig sein?

Für die erste Anfrage genügen Grundlagen. Für belastbares Design sollten Art, Umfang und Richtung der Inhalte bekannt sein. Vor der Veröffentlichung müssen sichtbare Texte, Preise, Kontaktdaten, Rechte und Freigaben vollständig geprüft sein.

Fazit Gute Vorbereitung schafft Klarheit

Du musst nicht mit einem fertigen Konzept in ein Webdesign Projekt kommen. Du solltest aber Deine fachlichen Grundlagen zugänglich machen und offene Fragen ehrlich benennen.

Ziel, Angebot, Inhalte, Rechte, Technik und Zuständigkeiten beeinflussen sich gegenseitig. Werden diese Bereiche früh sichtbar, kann das Design auf echten Informationen aufbauen. Funktionen werden nicht nur nach Möglichkeit ausgewählt, sondern nach ihrem Nutzen.

Eine gute Vorbereitung spart deshalb nicht einfach Arbeitszeit. Sie verbessert Entscheidungen. Gleichzeitig nimmt sie Dir die Angst, vor der ersten Anfrage bereits alles selbst lösen zu müssen.

Beginne mit der ersten Stufe. Beschreibe Dein Vorhaben, zeige vorhandene Grundlagen und nenne die wichtigsten offenen Punkte. Der Rest wird in einer sinnvollen Reihenfolge geklärt.

Quellen und fachliche Hinweise

Die fachlichen und rechtlichen Hinweise dieses Ratgebers wurden anhand offizieller und primärer Quellen geprüft. Stand der inhaltlichen Prüfung: 9. September 2026. Rechtliche Hinweise dienen der allgemeinen Orientierung und ersetzen keine Beratung im Einzelfall.

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